Systemnahe
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MS-DOS Kurs


2. Gerätetreiber-Schnittstelle

MS-DOS besitzt - ebenso wie andere ernstzunehmende Betriebssysteme - ein Gerätetreiber-Konzept. Hierbei handelt es sich um vom Systemkern unabhängige, ladbare Steuerprogramme für die Peripherie. In den vorhergehenden Kapiteln unseres Lehrganges wurde bereits gezeigt, wie ein Gerätetreiber eingebunden wird, und auch, wie man ihn auf Systemebene ansprechen kann. Die Gleichstellung aller Geräte und Dateien sowie die Nutzung der gleichen Schreib- und Leseoperationen aus dem Betriebssystem machen die Nutzung besonders einfach. Aus einer Programmiersprache werden zum Schreiben über einen Gerätetreiber einfach die Schreiboperationen für Dateien aufgerufen (Write, fprintf, print oder wie immer sie heißen), zum Lesen gilt Entsprechendes. Das Schreiben eines eigenen Gerätetreibers ist zwar eine diffizile Aufgabe, aber dessen Einbindung und Nutzung ist dafür um so einfacher und eleganter.
Neben der Anbindung neuer Geräte - das Beispiel einer RAM-Disk ist wohl allgemein geläufig, aber auch WORM-Laufwerke, Scanner oder ähnliches werden auf diese Weise ohne größeren Aufwand angeschlossen - kann auch die Ansteuerung vorhandener Peripherie ersetzt werden, wie das Beispiel von ANSI.SYS oder häufig veröffentlichte Druckertreiber (Stichwort: Probleme mit Umlauten und ähnliches) zeigen.


(c) Jürgen Richter