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MS-DOS Kurs


3. Überprüfen von Datenträgern

Ist ein Datenträger längere Zeit in Gebrauch, so können sich Inkonsistenzen (logische Widersprüche) im Dateisystem einstellen. Damit sind nicht mögliche Materialfehler gemeint - sie würden bereits beim Formatieren aufgespürt werden. Vielmehr handelt es sich um Fehler, die durch Stromausfall, Systemabsturz oder fehlerhafte Programme verursacht werden und die bewirken, daß Dateien nicht korrekt abgeschlossen sind. Die Folge ist, daß als belegt markierte Bereiche der Diskette (sie werden Cluster genannt) zu keiner Datei mehr gehören, also verloren sind, oder daß Bereiche mehreren Dateien zugeordnet sind, was den Inhalt verfälscht. DOS stellt das Programm CHKDSK zur Verfühgung, das eine Prüfung von Datenträgern (Check Disk) vornimmt. Dazu werden die Verzeichniseinträge (Directories) herangezogen, sowie eine Tabelle, die auf jedem Datenträger vorhanden ist und die Belegung aller Cluster enthält. Diese heißt FAT (File Allocation Table) und ist im Augenblick für uns nicht weiter von Bedeutung.
chkdsk c: Überprüft den Datenträger des Laufwerkes C: (i.a. eine Festplatte) und erzeugt folgendes Protokoll:
Diskette/Platte MO & PIT
erstellt 1 Jan 1980, 4.42
21309440 Byte Gesamtkapazität
81920 Byte in 6 geschützten Dateien
110592 Byte in 46 Verzeichnis(sen)
21053440 Byte in 1182 Benutzerdatei(en)
6144 Byte in fehlerhaften Sektoren
57344 Byte auf Diskette/Platte verfügbar

655360 Byte Gesamtspeicher
410336 Byte frei

Der obere Anschnitt bezieht sich auf die Festplatte (20 MByte) und der untere auf den Hauptspeicher (640 KByte). Zu den geschützten Dateien gehören die Systemdateien BIO.COM und DOS.COM. Wie bereits beschrieben, besitzen diese die Attribute von geschützten und versteckten Dateien. Deshalb werden sie auch beim DIR nicht angezeigt. Zu den Dateiattributen mehr zu einem späteren Zeitpunkt.
Die Statistik zeigt ferner die Anzahl der insgesamt vorhandenen Unterverzeichnisse (46) und Dateien (1182) sowie den davon eingenommenen Platz. Auf der Festplatte sind nur noch 57344 Byte frei; wir werden uns also bald von einigen Daten trennen müssen.
Um eine Vorstellung von den Datenmengen zu vermitteln, werden als Faustregel für eine Seite Text 2 KByte veranschlagt. Mehr als 30 Seiten wären also auf der Festplatte nicht mehr unterzubringen.
Bei den hier angegebenen fehlerhaften Sektoren handelt es sich um Bereiche, die bereits beim Formatieren ausgemustert wurden. Die Platte wäre in diesem Falle also recht voll, aber in Ordnung. Kritisch sind Fehler, wenn CHKDSK feststellt, daß Cluster zu keiner Datei gehören oder doppelt zugeordnet sind. In diesem Falle sollte der /f-Schalter angegeben werden; nach Rückfrage versucht CHKDSK diesen Fehler zu beheben. In den meisten Fällen ist eine Reparatur möglich, wenn nicht, muß darüber nachgedacht werden, alle Dateien zu retten und den Datenträger neu zu formatieren.
CHKDSK kann auch dazu benutzt werden festzustellen, wie stark einzelne Dateien fragmentiert sind. Die Verwaltung der Dateien führt im Laufe der Zeit dazu, daß sie nicht mehr zusammenhängend abgespeichert sind. Sie werden "zerstückelt" oder - fragmentiert. Die Folge sind längere Ladezeiten, verursacht durch das Zusammensuchen der einzelnen Teile auf dem Datenträger. Auskunft darüber gibt CHKDSK mit der Angabe eines Filenamens, also:
chkdsk turbo.exe
zum Festellen der Fragmetierung des Turbo-Pascal-Compilers.
Selbstverständlich können auch die Joker für mehrere Dateien Verwendung finden. Ein Aufheben der Fragmentierung kann nur durch Umkopieren erreicht werden (siehe Diskussion zu XCOPY) oder durch spezielle Verdichtungsprogramme (z.Bsp. COMPRESS).

(c) Jürgen Richter